ADHS
Die AufmerksamkeitsDefizit-/HyperaktivitätsStörung (ADHS) äußert sich in erster Linie als Störung der Konzentrationsfähigkeit. Oft – jedoch nicht zwingend - kommt Hyperaktivität hinzu. Da vorwiegend Kinder und Jugendliche von ADHS betroffen sind, wird häufig übersehen, wie viele Erwachsene auch an der Störung leiden. Diese brauchen ebenso Hilfe wie die betroffenen Kinder. Die mittlerweile erheblich steigende Rate an rein verhaltensbasierten ADHS-Diagnosen im Kindesalter und die meist schnell damit einhergehende Verschreibung von Wirkstoffen wie Methylphenidat oder Atomoxetin (wie z.B. Ritalin, Medikinet, Concerta, Strattera) ist kritisch zu betrachten. Nicht jeder „Zappelphillip“ hat ADHS.
Im Kindesalter sind 5 Subtypen von ADHS zu differenzieren, die mittels Biomarkern identifiziert werden können. Es handelt sich dabei um unterschiedliche Störungsmuster in bestimmten Hirnarealen. Die Art des jeweiligen Subtyps gibt Aufschluss darüber, welche Therapieform geeignet ist und ob und welche Medikamente helfen. So ist das oft hilfreiche Metylphenidad nicht in allen Fällen indiziert - manchmal sogar kontraproduktiv.
Eine fundierte Diagnose mit Hilfe von QEEG (quantitativem EEG) und Auswertung von ERPs (event related potentials) kann hier Klarheit schaffen.
Unbehandelt führt ADHS meist zu erheblichen Beeinträchtigungen im Alltagsleben. Nicht nur in den Bereichen Schule und Bildung, sondern auch im sozialen Umfeld.
Neben entsprechender Therapie durch gezieltes Neurofeedback, Lerntraining und/oder Medikamente gilt es, Familie und Umwelt – insbesondere Lehrkräfte – über das Krankheitsbild ADHS aufzuklären. Die Unterstützung des Kindes durch alle Beteiligten ist für den Erfolg der Therapie von großer Bedeutung.

